Zehn Zentimeter – De Marc Goergen war “zu Gast”

Zehn Zentimeter Seitenbreite, so „lang“ dürfen die Bikinihosen der Beach-Handballerinnen bei der Europameisterschaft sein. Wer sich nicht an die strenge Kleiderordnung hält, muss mit Strafen rechnen. So erging es dem norwegischen Damenteam, das kürzlich mit etwas längeren Sporthosen antrat und prompt wegen „unangemessener Bekleidung“ mit einer Geldstrafe belegt wurde.

Und was tragen derweil die Männer? Auch sie müssen sich an eine Zehn-Zentimeter-Regel halten, aber hier gilt: die Shorts müssen mindestens zehn Zentimeter über dem Knie enden.

 

Dass gelebte Geschlechtergleichheit so nicht aussieht, ist wohl jedem klar. Es gibt keinen objektiven Grund dafür, dass Frauensportkleidung körperbetonter und kürzer sein müsste als Männerkleidung. Ganz im Gegenteil kann es Sportlerinnen, die menstruieren, sehr unangenehm sein, in kurzen slipähnlichen Hosen anzutreten. Die Kameras fangen schließlich alles ein – von Teilnehmerinnen mit gespreizten Beinen bis zu Close ups von den Hintern der Frauen. Die Entscheidung des norwegischen Frauen-Teams, bewusst gegen die Kleiderordnung der europäischen Handballföderation zu verstoßen, war deshalb ein mutiger und wichtiger Schritt.

 

Lange Zeit mussten Frauen dafür kämpfen, gewisse Sportarten überhaupt praktizieren zu dürfen. Die Tatsache, dass es jungen Mädchen heute freisteht, Mitglied im Turnverein oder im Fußballklub zu werden, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Sport immer noch viele Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern gibt. Männer und Frauen genießen im Profisport nicht die gleichen Bedingungen. Frauen verdienen deutlich weniger als Männer und werden viel öfter auf ihr Aussehen reduziert. Wenn ein Boxer in den Ring steigt, kommentiert selten jemand die Wahl seines Outfits. Bei Frauen ist das anders. Hier geht es viel zu oft als erstes um das Aussehen und dann erst um die sportliche Leistung. Das zeigt sich auch in dem wachsenden Druck, unter dem Sportlerinnen stehen, wenn es darum geht, eine große Fangemeinde in den (sozialen) Medien zu unterhalten. Da die Gehälter und Preisgelder von Sportlerinnen oft signifikant geringer sind als jene der Männer, sind die zusätzlichen Einnahmen aus Medienauftritten, Werbedeals und Social Media sehr wichtig für die Frauen. Hübsche Sportlerinnen haben hier aber klar die Nase vorn. Die Mehrheit der Follower und Zuschauer richtet ihre Aufmerksamkeit eben am liebsten auf Sportlerinnen, die den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, während das sportliche Können eine Nebensache bleibt. Für manche Frauen ist das kein Problem. Sie lieben die Inszenierung und das Spiel mit den Medien. Anderen setzt die Sexualisierung im Sport zu. Sie fühlen sich unwohl und erleben einen zusätzlichen Druck, der sich auch auf ihre sportliche Leistung auswirken kann.

 

Jede Sportlerin und jeder Sportler muss aber die Freiheit haben, sich und seinen Körper genauso zu präsentieren (oder eben auch nicht zu präsentieren), wie sie oder er es für richtig hält. Kleiderordnungen, die Frauen kurze Outfits vorschreiben, sollten genauso der Vergangenheit angehöhren, wie solche, die es verbieten zu viel Bein oder Schultern zu zeigen. Diskriminierende und sexistische Kleiderordnungen müssen konsequent verboten werden und wir alle müssen unseren Umgang mit weiblichen Sportlerinnen in den Medien überdenken. Ob eine Hose fünf, zehn oder fünfzig Zentimeter lang sein darf, hat nur eine(r) zu entscheiden: die Person, die sie trägt.

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