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Zu Gast: Lebensmittelverschwendung

Den 4.11.2022 ass dësen Artikel am Lëtzebuerger Land publizéiert ginn. Den Auteur ass de Marc Goergen, Koodrinator an Deputéierten vun de Piraten.

 

Erst kürzlich erschien das Resultat einer Studie von TNS Ilres zur Lebensmittelverschwendung in Luxemburg. Und die Zahlen sind alarmierend. Jedes Jahr werden in Luxemburg 70.800 Tonnen Lebensmittel entsorgt, in einem Jahr sind dies 118 Kilogramm pro Einwohner.

Die Gründe dafür seien sehr vielfältig, so könne dies zum Beispiel am Geschmack oder auch an der Optik eines Produktes liegen.

Was muss also getan werden?

In unseren Wohlstandszeiten haben wir uns daran gewöhnt, dass die Supermarktregale stets voll sind und alles immer und überall verfügbar ist. Wichtig wäre es, Lebensmittel wieder mehr zu schätzen und das nicht nur aufgrund der aktuell hohen Preise. Wir müssen bewusster konsumieren und die Waren, die wir kaufen, wieder mehr wertschätzen. Das kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch unserem Geldbeutel.

Auch der Klimawandel macht ein Umdenken unseres Konsumverhaltens dringend notwendig. Uns muss wieder bewusst werden, was wir wirklich brauchen und was nicht. Wir müssen weg von unserer Wegwerfgesellschaft. Gleichzeitig müssen die Konsumenten besser informiert und aufgeklärt werden, denn 75 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle stammen aus privaten Haushalten. Dreiviertel der Befragten gaben an, den Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum (Datum, bis zu dem der Produzent garantiert, dass das Produkt mindestens haltbar ist) und dem Verbrauchsdatum (das Produkt muss bis zum angegebenen Datum verbraucht werden) nicht zu kennen, obwohl dieser Unterschied von großer Wichtigkeit ist. Viele Produkte sind auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch einwandfrei geniessbar. Andere Produkte werden zwar mit einem Haltbarkeitsdatum versehen, sind bei richtiger Lagerung jedoch sehr lange haltbar, zum Beispiel Zucker. Hier müssen die Konsumenten sehr viel stärker aufgeklärt und die Politik endlich aktiv werden.

Gleichzeitig müssen die Konsumenten ihre Kaufgewohnheiten ändern. 65 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nur das schönste Obst und Gemüse kaufen würden. Dieses Kaufverhalten führt ebenfalls zu mehr Lebensmittelverschwendung, da optisch nicht perfekte Lebensmittel liegen bleiben und letztendlich entsorgt werden. Nicht die Optik sollte entscheidend sein, sondern die Qualität und die Nachhaltigkeit eines Produktes. Zudem werden beschädigteLebensmittel ebenfalls allzu oft unnötigerweise entsorgt, obwohl sie noch ohne Weiteres essbar sind.

Dass es auch anders geht, zeigt jedoch ein Detail der Studie. Am häufigsten werden Obst, Gemüse und Brot weggeworfen. Teures Fleisch und teurer Fisch werden jedoch deutlich weniger entsorgt. Hier wird bereits beim Einkauf bewusster auf die passende Menge geachtet. Dieses Kaufverhalten sollte unbedingt auf den gesamten Einkauf angewendet werden, unabhängig vom Preis. Jedes einzelne Lebensmittel ist zu wichtig, um in der Mülltonne zu landen.

Es wäre jedoch auch endlich an der Zeit, dass in Luxemburg ein ähnliches Gesetz wie in Frankreich umgesetzt würde. Dort ist es den Supermärkten verboten, noch essbare Lebensmittel zu entsorgen. Stattdessen müssen die Lebensmittel an Sozialläden

weitergegeben werden, damit sie dort eine zweite Chance erhalten. Auch wenn es in Luxemburg bereits solche privaten Initiativen gibt, so sind diese aktuell noch freiwillig. Ein Gesetz nach dem französischen Modell ist ein dringend notwendiges Puzzlestück, um die Lebensmittelverschwendung und den Klimawandel zu bremsen. Die Devise lautet also, spenden statt wegwerfen.

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